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Cormorant Fishing in Inuyama (Aichi)
Kormoranfischfangen in Inuyama (Aichi). Klicken für die Grossansicht.
Ukai oder Kormoranfischfangen ist pure Magie. Es ist eine traditionelle Fangmethode des Flussfischens, das in Japan eine Tradition von mehr als 1300 Jahren hat. Die Fischer benützen Kormorane an einer Leine um Süsswasserfische wie den Ayu zu fangen. Ukai ist heutzutage nur wenigen Leuten erlaubt und es unterliegt der Gesetzgebung der kaiserlichen Haushaltsagentur. Das Handwerk des Ukai wird üblicherweise vererbt und daher innerhalb der Familie weitergegeben. Es gibt nur wenige Stellen, an denen Ukai gesehen werden kann. Eine der besten liegt am Fluss Kisogawa in Inuyama - nur ein wenig flussaufwärts vom Schloss Inuyama.

Für das Ukaifischen benötigt man üblicherweise drei Leute und ein kleines Boot mit flachem Boden, genannt Ubune. Das Design des Bootes erlaubt das Navigieren der flacheren Teile des Flusses, wo es einfacher ist die Fische zu fangen. Die Boote werden nach Einbruch der Dunkelheit zu einer Stelle flussaufwärts der Fangstelle gepaddelt. Vor dem eigentlichen Fischfang locken die Fischer mit hell brennenden Fackeln, die in Eisenkörben von den Booten hängen, die Fische an. Die Fische werden zusätzlich zum Licht durch das Schlagen einer Trommel oder durch das Schlagen des Ruders gegen das Boot angelockt.

Die Kormorane werden dann auf das Wasser hinausgeschickt um Fische zu fangen. Jeder Vogel wird an einer Leine gehalten und das gesamte Können des Usho ist nun gefragt um zu verhindern, dass sich die Leinen verheddern während die Vögel immer wieder nach Fischen tauchen. Die Leine ist an einem kleinen Metallring befestigt, den der Vogel um den Halsansatz trägt. Jedes Mal wenn es dem Kormoran gelingt einen Fisch zu fangen, dann zieht der Usho den Vogel ins Boot zurück und lässt ihn den Fisch ausspucken. Vielleicht fragen Sie sich, warum der Vogel den Fisch nicht einfach schluckt. Weil der Metallring um den Halsansatz gerade mal gross genug ist um kleine Fische durchzulassen, aber zu klein ist um den Vogel die jenigen Grösse von Fische verschlingen zu lassen, die die Fischer selber, Touristen und Angehörige der kaiserlichen Familie gerne verzehren würden.

Die Fischer tragen immer noch dieselbe traditionelle Kleidung wie ihre Vorfahren - ein Bastenrock, der das Wasser abstösst, ein dunkler Kimono aus Baumwolle und das kazaorieboshi - das schwarzen Leinentuch, das um den Kopf gewickelt wird und vor den Funken der Fackeln schützt. Ukai zu beobachten bedeutet sich in eine der ältesten Traditionen Japans zu vertiefen.

Inuyama ist nicht weit entfernt von Okazaki, mit dem Zug in 1 Stunden 16 Minuten von JR Okazaki aus erreichbar (der Fahrpreis beträgt 1190 Yen einfach). Das berühmte Schloss Inuyama liegt nur etwa 700 Meter von der Bootsanlegestelle entfernt. Ein Besuch lohnt sich, da es eines von nur vier Schlössern in Japan ist, das als nationales Kulturgut verzeichnet ist. Es ist das älteste noch bestehende Schloss und das einzige, das sich in Privatbesitz befindet - übrigens bei derselben Familie wie zur Edo Periode. Ebenso besuchenswert ist der wunderschöne japanische Garten Urakuen - entworfen und gebaut von Oda Uraku, dem Bruder von Oda Nobunaga - in welchem sich auch das historische Joan Teehaus befindet, ebenfalls ein nationales Kulturgut. Alle diese Stätte können leicht am Freitagnachmittag nach dem Unterricht besucht werden, es empfiehlt sich jedoch einen Platz auf dem Boot zu reservieren. Falls Sie an einem Wochenende dorthin reisen, besuchen Sie auch das superbe Aerospace Museum in Kakamigahara - Japans ältester Flughafen - und Gastgeber der alljährlichen Flugshow.

Im Sommer lohnt es sich, Freitage und Samstage sehr frühzeitig zu buchen. Sie können entweder einen privaten Ausflug organisieren oder sich dem Discovery "Entdecken Sie Japan"-Programm anschliessen, das Ukai beinhaltet wie auch Kakamigahara, die verschiedenen Attraktionen in Inuyama und Tagata Jinja). Für weitere Informationen lesen Sie bitte die Seite über das Discovery "Entdecken Sie Japan"-Programm.

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