Hattori Foundation Logo
The Yamasa Institute
S tudenten  N etzwerk
Yamasa
Hauptseite

Studentennetzwerk

Mitmachen

Suchen


Newsletter
Archiv nach Ausgabe
Dinge in Japan
Studenten-Interviews
Mitarbeiter-Interviews

Japanführer
Anderes
Photos
Student Homepages
Email
Okazaki Guidebook
Library
Ehemalige
OCJS
Competition

Vorheriger

Nächster

Menu

Ausgabe 17 - Freitag, den 1. Dezember 2000

Heute im Newsletter:

Redaktionelles
Dinge in Japan: Kaiten Zushi - Fisch der sich dreht. von Josh Wilbur (USA, Acceleration Programm)


1. Redaktionelles

Der Gedanke des Tages ist: Ignoranz verursacht Missverständnis und übertriebene Annahmen. Vielleicht übertreibe ich ja aber auch nur mal wieder. Egal, Ich habe die folgende Email von einem Nachrichtendienst bekommen:

Vulkanische Ausbrüche auf einer Insel vor Tokio haben so schwere Schäden angerichtet, dass die Behörden das Ausmass immer noch nicht einschätzen können. Der Sprecher der obersten Behörden von Japan, Yasuo Fukuda, sagte am letzen Freitag, dass eine Gesandtschaft, die die Insel Myake am Donnerstag besucht hatte, vermerkte, dass eine Beurteilung der Situation viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Alle 3.800 Einwohner von Miyake wurden evakuiert und leben fast alle in mietfreien Wohnungen in Tokio. Da der Vulkan immer noch Vulkansiche Gase ausstösst, wissen die Evakuierten nicht, wann sie wieder nach Hause zurückkehren können." (Newsbeat Email News Service, Meldung von AP)

Wenn man diese Nachricht liesst, könnte man glauben, dass irgendwann letzte Woche ein neuer Vulkan direkt vor Tokio ausgebrochen ist und dass es ein katastrophales Ereignis war. Natürlich ist es nicht gerade die entspannteste Sache der Welt einen Vulkan im Garten zu haben und evakuiert zu werden stiftet sicher Unruhe und ist stressig. Allerdings geht dies schon so eine ganze Weile. Die Evakuierten sind schon 6 Monate in Tokio und Evakuierungen hat es in den letzten Jahren immer wieder regelmässig gegeben. Der Vulkan macht keinen Anschein sein übliches Verhalten zu ändern: ein kontiuierliches Blubbern und Ausstossen von faulig riechendem Raum. Keine zerstörerischen Lavaströme, keine Anzeichen, dass Godzilla irgendwo in der Tiefe aufwacht und eigentlich nur eine regelmässige seimische Aktivität, die eben schlecht riecht.

Solche Berichterstattungen zeigen zumindest etwas über das Nachrichtenwesen. Leute nehmen ein Thema her, von dem sie nur wenig verstehen und blasen es zu einer nationalen Panik auf. Die Grundlage dafür ist gefährliches Halbwissen (so wie ich jetzt zu einer zweifelhafen Schlussfolgerung komme, die ich auf die Interpretation des obigen Artikels basiere). Niemand in Japan hat in letzter Zeit irgendeine Störung bemerkt, ausser dass es eben vor 6 Monaten mal in den Nachrichten war (ausser natürlich diejenigen, die evakuiert wurden und die unmittelbar von der Situation betroffen sind). Bis zur Nachrichtenkonferenz, die besagte, dass sich nichts verändert hatte, war es auch lange Zeit nicht in den nationalen Nachrichten. Also ein Beispiel für eine ausländische Nachrichtenagentur, die übertriebene Behauptungen aufstellt.

Ähnlicherweise haben auch die Japaner, die wenig von der Welt draussen wissen (und davon gibt es Viele - genau wie in jedem anderen Land) oft die schrägsten Vorstellungen von anderen Gesellschaften. Sie machen oft fantastische Verallgemeinerungen über andere Länder, basiert auf japanischen kulturellen Vorstellungen. Dies führt zu Zweifeln und Belustigungen über Ausländer. Das ist in der ganzen Welt das selbe, aber Japan ist eben in vielen Dingen extremer. Gerade wenn die grundlegenden Konzepte einer Kultur völlig verschieden sind, führt dies zu Missverständnissen und Fehlinterpretationen der Aktionen die auf diesen Grundauffassungen basieren. Die eigene Fehleinschätzung ist immer am schwersten einzusehen. Hauptsächlich, weil es so schwierig ist die eigenen Grundeinstellungen neu zu definieren oder zu hinterfragen; von Dingen wie "Tisch" und "Bett" bis zu so abstrakten Begriffen wie "Dinner", "Agressivität" etc. die sich nicht nur in ihrer sprachlichen Definition unterscheiden, sondern auch ihrer Sichtweise für den Verwender.

Deswegen ist es manchmal ganz gut, aus seiner Schale zu klettern und einen anderen Teil der Welt zu sehen. Auch wenn man dabei nicht das Nirvana findet, hinterfragt man doch viel mehr und Vorurteile, Stereoptypen und Missverständnisse brechen auseinander. Und Japansich zu lernen - eine Sprache, die so komplett anders ist als die anderen - ist wohl ein schneller Weg, eine völlig neue Perspektive zu bekommen.


Nehmen Sie mit uns Kontakt auf Zurück zur ACJS Homepage Vorschläge Gästebuch

Startseite Aichi Center Online Center Kanji Wörterbuch A.C.E. Discovery
Access Databases yamasa.tv okazaki.fm okazaki.cc Jet Program

Erstellt und gepflegt durch Herrn Declan Murphy die Studenten und die Mitarbeiter des Yamasa Institute Multimedia Studio
Jeder Inhalt untersteht dem © von Yamasa