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Japanführer: Oku Mikawa no Hana Matsuri

Waterfall just outside Kobayashi Village
Wasserfall am Ortsrand von dem Dorf Kobayashi

Auf dem Weg in den Ozean, fließt der Tenryu Fluß, von seiner Quelle in den japanischen Alpen, vorbei an einem Punkt, an dem Aichi, Nagano und Shizuoka zusammentreffen. Obwohl er an diesem Punkt schon mehr als die Hälfte seines Wegen zurückgelegt hat,windet sich der Fluß immernoch durch das Tal, und frißt sich immer tiefer in das Tal hinein. In dieser Gegend von Okumikawa, gibt es am Fluß entlang viele kleine Dörfer und Städtchen, die bekannt sind für ein regionales Festival, das Hana-matsuri oder Blumenfest. Der Ursprung dieses Fests wird bei den Bergasketen der Kamakura oder Muromachi Ära vor über 700 Jahren vermutet. Die Japanische Regierung hat es als Juuyou-mukei-minzoku-bunkazai, ein wichtiges lokales Kulturerbe, ausgerufen. Das Hana-matsuri wird an 17 verschiedenen Orten ausgetragen, und zwar von dieser Jahreszeit an, bis in nächsten März. Letztes Wochenende besuchten wir ein Dorf während einer der Hana-matsuri.

Aka-Oni
Aka-Oni

Nach einer fast zweistündigen Fahrt von Okazaki, kamen wir in die Berge, wo sich die Blätter in den Wäldern, anders als in Okazaki, schon verfärbt haben. Nachdem wir in Toei-cho ankamen, sahen wir Oni Figuren, die das Symbol des Hana-matsuri sind, entweder gemalt oder geschnitzt wo man nur hinsah, auf der Eingangstüre des Rathauses, an den Wänden eines Tunnels und auf den Schildern der Restaurants. Es war fast so, als ob die Anwohner jeden, der hier vorbeikommen sollte, über das Hana- Matsuri wissen lassen wollten. Hier draußen, so weir weg von der Stadt, gibt es keine Konbini oder große Supermärkte, wie zum Beispiel der neben Yamasa. Allerdings gibt es einige Tante-Emma-Läden, Gemüse-, Heimwerker- oder Werkzeugläden, alles wirkt fast noch so wie vor einer Generation. Und obwohl wir es schafften, eine Videokassette zufinden, um das Festival aufzunehmen, war sie zweimal so teuer wie in Okazaki.

Wir mussten weit in die Berge hineinfahren um das Dorf, auf halber Höhe des Osuzu Bergs, in dem das Hana-matsuri diesmal abgehalten wird, zu erreichen. Hier gibt es noch einige Häuser und Lager, die fast unverändert aus der Edo Ära stammen. Einige der Stadtbewohner kommen hier manchmal zum Wandern her, oder sammeln wilde Pflanzen, aber wenige Touristen kommen außer dieses eine Mal im Jahr hierher.

Suwa Jinja in Kobayashi
Suwa Jinja in Kobayashi

Viele der alten Gemeinden haben Schreine zur deren Schutz ( für einen lokalen Gott)ausserhalb ihrer Häuser. Sie stehen oft versteckt im Wald, als ob sie sich vor neugierigen Blicken schützen wollten. Obwohl versucht wurde die lokalen Feste bekannt zu machen, um so mehr Touristen an zulocken, schien das Fest trotzdem so geheimnisvoll und ernst, daß man sich fast wie ein ausgeschlossener Außenseiter vorkam. Aber glücklicherweise wurden wir von Jemandem im Dorf eingeladen, und so fühlten wir uns nicht ausgeschlossen. Früher konnte man vieles noch nicht wissenschaftlich erklären, und so blieb den Menschen nichts anderes übrig, als Gott für Gesundheit und eine gute Ernte zu bitten. Dies war auch der Ursprung dieses Fests. Seit Jahrhunderten das Fest jährlich ausgetragen und ist seit langem auch ein wichtiger Teil für den Zusammenhalt der Gemeinschaft und eine seltene Gelegenheit zum Ausgelassen sein.

Der Ablauf des Fests ist immer noch der gleiche und fängt mit einem Gebet des Shinto Priesters an. Der religiöse Aspekt des Festivals ist heutzutage allerdings nicht mehr so wichtig, aber es kommen immer noch die Angehörigen und Verwandten, die nicht mehr im Dorf leben, zurück, und die Unterhaltung mit Musik und Tanz ist genauso wichtig wie früher.

Shinto Ceremony
Shinto Zeremonie

Nach dem Shinto Eröffnungsritual fangen die Leute an, um einen großen Topf herum zu tanzen, mit Glocken und Katana an den Händen. Sie tanzen einen ganzen Tag und eine ganze Nacht zu der einfachen Musik der japanischen Trommel und Flöte. Am Anfang sehen die Zuschauer nur aus der Entfernung zu, aber langsam fangen einige an sich mit dem Rythmus zu wiegen. Sobald die Tänzer heißes Wasser aus dem Topf unter die Zuschauer gießen, gibt es kein Halten mehr, und alle Tanzen zusammen. Der Höhepunkt ist, wenn Aka-oni mit einer Axt in seiner Hand die Kinder erschreckt und sie herrum jagt. Die schreienden Kinder und das Gelächter kann man bis weit in die Berge hören.

Aka-Oni
Aka-Oni
Dancers
Tänzer
Stone Lantern
Stein Laterne

Heutzutage gibt es sogar in so abgelegenen Dörfern wie hier, Internet Anschluß und Videospiele, ausserdem kann man CNN empfangen; viele der jungen Leute verlassen das Dorf und es wird immer schwieriger Tänzer zu finden. Es wird schwer für die nächsten Generationen, die alten Traditionen aufrecht zuerhalten. Deswegen sind traditionelle Anlässe wie dieser nicht nur für Touristen sondern auch für Japaner selber eine wertvolle Erfahrung, wenn sie die alten Traditionen erleben zu können.


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