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Erina Kato |
Mitarbeiter-Interview: Erina Kato (Japan, Instruction Coordinator - OCJS)
Jon:
Ich weiss, Sie sind sehr mit dem neuen Online Center beschäftigt, aber hätten Sie vielleicht kurz Zeit für ein Interview für den Newsletter? Erina:
Klar, kein Problem.
J:
Was machen Sie im OCJS? E:
Ich bin der "Instruction Coordinator" für das OCJS und das ist eine ziemlich weitgefasste Aufgabe. Schwer zusammenzufassen - Es ist eine ziemliche Herausforderung!
J:
Wie kam es dazu, dass Sie Lehrerin im Online Center wurden? E:
Ich interessiere mich für internationale Kommunikation und ich suchte eine Arbeit, wo ich die Gelegenheit habe mit Leuten aus anderen Ländern zu reden.
J:
Ich habe gehört, sie sprechen fliessend Englisch...... E:
Ich bin noch nicht fliessend aber ich komme recht gut klar. Ich habe ein Diplom in
International Communication und für meien Diplomarbeit habe ich über junge Obdachlose in London geschrieben. Ich habe 5 Monate in England gelebt; 2 Monate in Cambridge und 3 Monate in London. Ich war in der selben Japanischschule wie Suzuki Sensei (Silac Coordinator), aber nicht zur gleichen Zeit.
Danach ging ich alle 3 bis 4 Monate für etwa 2 Wochen nach England, um für meine Arbeit Informationen zu sammeln; junge Obdachlose interviewen.
J:
Was haben Sie von den Obdachlosen gehalten? E:
Sie waren eigentlich sehr nett. Sie hatten alle ihre Träume von Arbeit, einem Studium und einem besseren Leben, aber sie konnten nicht, wegen finanziellen oder familiären Problemen.
J:
Haben Sie irgendwelchen interessanten Geschichten über das Leben in England? E:
An meinem ersten Tag in England bin ich an der Victoria Station in London angekommen - nach einem langen Flug und einem 7-stündigen Stopover in Singapur. Deswegen wollte ich Duschen. Am Bahnhof fragte ich bei der Gepäckaufbewahrung, ob es in der Nähe Duschen gäbe. Es gab eine neben den Klos. Weil mein Handtuch im Koffer war, bat ich um ein Handtuch und musste 5 Pfund als Pfand bezahlen. Ich nahm eine Dusche und gab das Handtuch zurück, bekam aber mein Pfand nicht wieder. Ich fragte danach, aber weil ich ein bisschen übermüdet war, wollte ich kein grosses Aufheben drum machen und bin einfach gegangen.
J:
5 Pfund ist ein bisserl arg Teuer für eine Dusche!
E:
Ein anderes Mal ging ich zum Leicester Square Empire Theater, um den Film "Sliding Doors" zu sehen. Vor dem Kino sah ich eine Frau, die Blumen und irgendein Papier an alle Ausländer verteilte. Die Dame kam auf mich zu, gab mir eine Blume und erzählte irgendetwas von Religion oder so. Dann wollte sie Geld. Ich gab ihr eine 1-Pfund Müntze, aber sie wollte sie nicht annehmen und sagte "Nur Papiergeld". Weil ich keine 5-Pfund-Note hatte gab ich ihr einen Zehner (etwa 15 Euro). "Gott segen Dich, Gott behüte Dich" sagte sie dann. Ich bin dann noch öfter zum Leicester Square gegangen, aber ich habe dann keine Blumen mehr angenommen.
J:
Nach all diesen Erfahrungen, wie hat Dir England gefallen?
E:
Ich habe es geliebt. Die Briten halten einen gewissen Abstand voneinander aber, dass bedeutet nicht, dass sie Dich ignorieren. Immer wenn ich Probleme hatte, gab es jemand der mir helfen konnte. Das schlimmste an England sind die Preise.....
J:
Es kann natürlich etwas teuer werden, wenn Sie ihr Geld verschenken! E:
Das ist mir auch nur zweimal passiert. Aber alles ist richtig teuer. Tesco´s Supermarkt war grossartig - richtig billig. Vielleicht geh ich irgendwann mal nach England um da zu leben.....
J:
Ja - was wollte ich noch wissen...........Wenn Declan Sie nicht gerade zu Sklavenarbeit einspannt, was machen Sie dann? E:
Ich sehe gerne Filme, besonders Britische. Einer meiner Lieblingsfilme ist Trainspotting, aber der allerbeste ist Cinema Paradiso. Ich schreibe auch gern Briefe; ich versuche mit meinen Freunden eher über Briefe als E-mails in Kontakt zu bleiben, denn ich denke handgeschriebene Briefe sind viel persönlicher, als was auf dem Computer zusammengetipptes.
J:
Haben Sie Pläne für die Zukunft? E:
Ich bin erst seit 3 Monaten im Fachbereich. Deswegen habe ich noch nicht viel daran gedacht was ich nach dem ersten Jahr im OCJS mach. In der Zukunft wäre ich gern eine Lehrerin, die sich nicht nur um den Unterricht im Klassenzimmer kümmert, sondern auch bei der akademischen Entwicklung und Forschungsarbeiten der Studenten ausserhalb des Unterrichts; ein bisschen wie ein Beratungslehrer.
J:
Nun, vielen Dank für ihre Zeit. E:
Gerngeschehen!
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