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Dinge in Japan: Frisöre Als ich neulich ein bißchen Zeit hatte, habe ich mich entschieden zum Frisör zu gehen. Ein Haarschnitt war schon lange fällig, und eine Rasur ebenso. Allerdings weiß ich nicht genau wie das in asiatischen Ländern vor sich geht, aber in europäischen oder den meisten westlichen Ländern schneidet der Frisör Haare, und eine Rasur ist eine extra Option. In Japan ist das ähnlich, die Unterschiede sind woanders... Der Laden in den ich normalerweise gehe, hat zwanzig Sitzplätze, die seltsamerweise von eins bis zwanzig durchnummeriert sind. Beim Eintreten, klingt einem ein Irasshaimase! entgegen, und man bekommt schnell eine Nummer zugeordnet. Sobald man sich hingesetzt hat, legt einem jemand ein Handtuch um den Hals, dann eine Plastikfolie und villeicht noch mehrere andere Lagen von Handtüchern und Folien, bis man sich in einer Lage befindet, die, wenn man eine Stunde sitzten muß, Tod durch Überhitzung verursachen kann. Aber die Haare dringen nicht unter die Kleidung vor- es hat keinerlei Chance, natürlich nur wenn man nicht aufsteht, denn sonst sind sie überall. Während ich in Plastik eingehüllt bin, wird die Frisur diskutiert. Die Person verschwindet dann, um den nächsten Neuankömmling zu versorgen, und jemand neues kam, der mir die genau gleichen Fragen nocheinmal stellt. Das heißt gleich zwei Leute, kommen in den Genuß meiner sprachlichen Mängel beim Beschreiben von Haarschnitten. Dann fängt die Person an sehr viel Haare in einer willkürlich anmutenden Art und Weise anzuschneiden. Der größte Teil der Arbeit ist innerhalb von 30 Sekunden erledigt, aber die gleiche Person stutzt meine Haare innerhalb der nächsten zehn Minuten zurecht. Und zum Schluß stelle ich fest, daß ich den gleichen universellen Kurzhaarschnitt habe, wie jeder andere der diesen Laden verlassen hat. Der Frisör verschwindet, und wird durch einen jungen Lehrling ersetzt- der offentsichtlich noch nicht mit einer Schere auf Kunden losgelassen wird, aber anstatt dessen mit einem sechs Inch Rasierer. Viel sicherer. Er könnte ja aus Versehen seinem den Hals aufschlitzen, aber mein Haarschnitt ist sicher. Es wird reichlich Seife in meinem ganzen Gesicht verteilt und mit Handtüchern, ca. 500 Grad heiß, bedeckt. Die äußeren Hautschichten verbrennen, und dadurch wird rasieren viel einfacher. Komischerweise beginnt das Rasieren nicht an den Wangen oder Kotletten, aber an der Stirne. Ein interessanter Brauch, er formt meine Augenbrauen in eine erfreulich unausgewogene Form, so daß ich die Auswahl habe entweder eine Woche lang mit Pflastern über meinen nicht existierenden Wunden herum zulaufen, oder eine Ausrede über Alkohol und böswillige Freunde zu erfinden. Nachdem er mit meiner Stirne fertig ist, und sich meine Augenlider wie abrasiert anfühlen, wendet sich der Lehrling dem unteren Teil meines Gesichts zu. Die normale Rasur ist fast fertig, und ich bin erleichtert, weil sowohl mein Augenlicht als auch meine Hauptschlagader immer noch intakt sind, als er anfängt meine Ohrläppchen zu rasieren. Warum? Ich war mir bis jetzt nicht bewußt, daß ich da Haare hatte. Meinem Großvater wachsen Haare aus den Ohren, aber er ist auch siebzig Jahre älter als ich. Als der Rasierer um mein Trommelfell herum schabt, habe ich das Gefühl, daß ich niemals mit allen meinen Sinnen intakt entkomme. Aber plötzlich ist alles vorbei. Noch eines der heißen Handtücher brennt all die Haare, die vergessen wurden, ab, dann eine schnelle Gesichtsmassage, raus aus Stuhl Nummer 14 und zur Kasse, alles in kürzester Zeit. Mit leerem Geldbeutel werde ich mit mit vielen Arigatou gozaimashita! hinaus geleitet, und auf der Straße zähle ich meine Körperteile, checke alle meine Körperfunktionen und mache mich auf die Suche nach einem Wiskey, um meine Nerven zu beruhigen. Das ist erstmal wieder genug für einen Monat.
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