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THINGS JAPANESE: Omiai und Compa Das Alter in dem man Heiratet steigt in Japan, wie in den meisten anderen Ländern auch, aber der Druck auf japanische Frauen zu heiraten, ist sehr stark. Das heißt Freunde, Verwandete und Eltern ( vorallem die mehr traditionell gesinnten älteren Verwandten) sind ständig auf der Suche nach einem geeigneten Heiratespartner für alle, die im heiratsfähigen Alter sind. Omiai und Compa sind zwei Arten, in denen dies in Japan institutionalisiert wurde. Omiai ist im Grunde ein Blinddate von zwei Leuten, die Heiraten wollen (oder deren Eltern wollen, daß sie heiraten), ein Compa dagegen ist ein Treffen von zwei Gruppen, die sich nicht kennen, und jeder kann sich dann mit jemand aus der anderen Gruppe zusammen tun, den man interessant finden. Bis heute wird Omiai (das Kanji dafür ist "sehen" und "passend,tauglich") angewendet, aber nicht meht so viel wie früher. Ursprünglich hatten die Frauen keine Wahl, und konnten ihren Ehemann nicht abweisen- vor nur etwa 70 oder 80 Jahren haben viele Leute dem Wunsch ihrer Eltern entsprechen geheiratet. Heute würden sich wenige in eine Ehe drängen lassen, die sie nicht wollen, nur um ihre Eltern glücklich zu machen. Der Hauptgrund für den Rückgang der Omiai scheint zu sein, daß die Frauen mehr soziale Freiheiten geniessen. Einer meiner japanischen Freunde behauptet, daß Frauen die Ehemänner aussuchen, und die Männer sind einfach zu schüchtern abzuschlagen. Das ist zwar fraglich aber villeicht ist doch ein Körnchen Wahrheit dran. Der Ablauf eines traditionellen Omiai ist relativ einfach, aber festgelegt: Freunde von der Arbeit, daheim und Familie etc, teilen einem mit, wenn Sie eine/einen Bekannte/Bekannten haben, von dem sie annehmen, daß man sie/ ihn mögen könnte. Zuerst werden Fotos ausgetauscht. Dann, wenn beide einverstanden sind, wird ein Treffen durch einen gemeinsamen Freund in einem Hotel, speziellen Treffpunkt oder anderen formellen Ort, arrangiert. Alle sind da und tragen ihre Lebensläufe vor, Einzelheiten über sich und man redet für zehn oder fünfzehn Minuten. Die Eltern und der Verkuppler gehen dann und das Paar redet dann solange wie es will. Nachdem man sich an dem Abend getrennt hat, wird der gemeinsame Freund kontaktiert, und darüber informiert, ob ein weiteres Treffen erwünscht wird. Aber meistens dann halt doch nicht. Laut einer Aussage war "Compa" vor fünfzehn Jahren noch nicht so üblich. Es könnte ursprünglich eine Möglichkeit für Studenten gewesen sein, sich untereinander, und Leute aus anderen Clubs und Universitäten besser kennen zu lernen, da es sich um ein zwangloses Treffen mehrerer Leute handelt, aber in gleichmäßig aufgeteilt in gleichviele Frauen und Männer. Sobald einige anfingen gegen den strikten Ablauf des Omiai zu rebellieren, wurde Compa immer beliebter, als eine Methode den zukünftigen Partner zu finden, weil es so locker ist, und die Eltern nicht miteinbezogen werden. Heutzutage werden Omiai sogar von Firmen in die Wege geleitet, und man kann sogar potentielle Partner und Verabredungen per iMode machen, der Internet Funktion auf Handys, und dort Fotos anschauen, um dann die Partner nach Aussehen, Hobbies, Beruf und Einkommen aussuchen zu können. Eine japanische Freundin von mir glaubt, weil Frauen jetzt mehr des Gefühl haben, Kontrolle über Ihr Leben zu haben, daß sie das Compa oder Omiai System nutzen können, um einen potentiellen Ehemann zu finden. Außerdem vermutet sie, daß die steigende Anzahl von Frauen mit Karriere, die weniger Zeit haben sich mit anderen nach der Arbeit zu treffen, diese Methode mehr und mehr hilfreich finden. Deswegen gab es den Anstieg in den Omioi Firmen und Heiraten, die durch Omioi entstanden sind. Es ist keine Rückkehr zu traditionellen Werten, aber eine Anpassung der japanischen Traditionen an moderne Verhältnisse. Deswegen, im Namen des Journalismus, habe ich mich, als ein Freund mich fragte, bereit erklärt, an einem Compa teilzunehmen. Wir trafen uns nach der Arbeit und fuhren mit seinem Porsche in das italienische Restaurant, in dem wie uns mit einer Gruppe von drei Freunden verabredet hatten. Wir hatten sie zwar noch nie gesehen, aber wir wußten, daß sie ungefähr so alt wie wir waren und wir kannten auch Ihre Namen. Eine von ihnen war eine Freundin von einem Freund von einem Freund, also es gab eine vage Verbindung. Wir waren ein bißchen verspätet, wegen dem starken Verkehr, aber glücklicherweise waren sie immer noch da. Eine hatte abgesagt, wir waren also nur zu viert. Das Restaurant war sehr gut, aber die Kellner konnten nur "grazie" und "buonasera" in einem kaum verständlichen Italienisch. Ungefähr so wie mein Japanisch. Nach einer allgemeinen Vorstellung, fingen wir an höflich über einige Dinge zu sprechen, ich stellte fest, daß ich mein Italienisch fast wieder verlernt hatte, aber die Kellner hätten es so oder so nicht verstanden, als wir plötzlich feststellten, daß wir viel gemeinsam hatten. Eine der beiden war eine Cousine einer der Lehrerinnen in Yamasa, wo wir beide arbeiten. Sie kannte auch einen der Yamasa-Studenten, der, wie es schien, sie ziemlich oft in dem Blumenladen, in dem sie arbeitet, traf. Sehr verdächtig. Die andere war auch eine Bekannte von einem Freund von einem Freund- einem ehemaligen Mitschüler von Yamasa- und wollte ihn am nächsten Tag zur gleichen Zeit treffen, zu der ich mir vorgenommen hatte, ihn anzurufen. Außerdem haben wir in der Schule das gleiche Instrument gespielt- obwohl sie mittlerweile eine Berufsmusikerin ist, und ich nach zwei Stunden aufgegeben habe. Da wir so zuviel gemeinsam hatten, merkten wir, daß es eine Falle war, und rannten zurück zum Porsche...
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