|
![]() |
| Center Homepage |
|
Dinge in Japan: Getrennte Abfallentsorgung (Aus dem Japanischen übersetzt) Seit dem ersten Oktober wird Müllentsorgung in Okazaki, wo Yamasa ist, sehr ernst genommen. Brennbarer Müll, unverbrennbarer Müll und recyclebarer Müll muß ab jetzt getrennt werden, bevor er entsorgt werden darf. Zum Beispiel nach dem Mittagessen, wohin mit den PET Getränkeflaschen? Brennbar, unverbrennbar? Keins von beiden. Beziehungsweise beides. Nicht ganz einfach zum verstehen, aber zuerst wird das äußere Schild entfernt und wird als brennbarer Müll entsorgt. Der Verschluß hingegen wird als unverbrennbarer Müll entsorgt. Und nachdem die Flasche selber mit Wasser ausgespült wurde, kann sie als recyclebarer Müll entsorgt werden. Falls Ihr getrennte Abfallentsorgung als gut für die Umwelt erachtet, sollte man damit schnell zurecht kommen. Die Haupterneuerung ist aber, daß der Müll in durchsichtigen oder transparenten Tüten entsorgt werden muß. Deswegen dürfen wir nicht mehr die schwarzen Müllsäcke benutzen, die wir alle kennen und lieben gelernt haben. Wir haben im Büro einige der übriggeblieben schwarzen Müllsäcke benutzt, aber konnten sie nicht zu Abholung rausstellen. Wir hatten zwei große Müllsäcke voll. Wenn wir die bloß in eine dieser durchsichtigen Tüten hätten umfüllen können und rausstellen können, wäre das Problem gelöst gewesen, aber leider ist diese Art der Faulheit nicht erlaubt, und würde zudem denn Zweck des ganzen nicht entsprechen,deswegen haben wir diese Idee aufgegeben. Zu diesem Zeitpunkt gab es keinen anderen Weg, als die Inhalte der Müllsäcke neu in die durchsichtigen Tüten zu sortieren. Als wir die Müllsäcke öffneten kam uns ein solcher Gestank entgegen, der sogar einem Stinktier Angst eingejagt hätte. Die schwarzen Müllsäcke selber wurden natürlich auch als Müll entsorgt. Und in die übriggebliebenen Müllsäcke kann man wohl nur ein Loch für den Kopf und zwei für dei Arme machen, und dann als Regenschutz benutzen. Villeicht könnten sie auch als Hexenkostüm für die kommende Halloween-Party herhalten. Wir glauben halt an Recycling. Leute die wirklich an Erhaltung der Resourcen glauben, und nicht extra Tüten kaufen wollen, die nur für die Müllentsorgung benutzt werden können, benutzen normale Einkaufstüten. Die Einkaufstüten der Supermärkte wurden durchsichtig hergestellt, sobald verküngigt wurde, daß die Mülltrennung eingeführt werden würde. Aber seit alle Einkäufe auf dem Nachhauseweg sichtbar sind, ist es nicht mehr möglich so zu tuen, ob man ein dickes Steak gekauft hat, obwohl man nur das billigste vorgekochte Mittagessen gekauft hat, daß unter Umständen sogar abgelaufen und deswegen sehr viel verbilligt ist. Von dem her könnte es genauso gut eine neue Marketingstrategie sein, die auf die Eitelkeit der Konsumenten abzielt. Was die Umweltprobleme angeht, ist es in Japan mittlerweile ein Brauch, daß Hundebesitzer den Hundekot aufsammeln und daheim entsorgen. Die Tüte die normalerweise zu diesem Zweck bevorzugt wird, ist eine Supermarkttüte. Und somit kann die Umstellung auf durchsichtige Tüten, dazu führen, daß mehr und mehr Hunde beschämt zurück nach Hause laufen.(Es sollte übrigens als brennbarer Müll entsorgt werden). In vielen Ländern der Welt wird der Müll der Umwelt zuliebe getrennt. Eine der Hauptunterschiede zwischen Japan und anderen teilnehmenden Ländern ist wahrscheinlich, daß die älteren Leute aus der Nachbarschaft, die "ojiisan", die Müllentsorgungpunkte überall in der Stadt überwachen und einen Krieg riskieren würden, um die Mülltrennung sicher zustellen. In Yamasa überwacht Herr Tou die Abfallentsorgung an dem Villa Müllentsorgungspunkt. Aber trotzdem scheint niemand wirklich zu wissen, was genau als brennbarer, was als unverbrennbarer und so weiter entsorgt werden muß. Im Falle von nicht leicht zuzuordnenden Dingen, zum Beispiel Plastikbehälter mit Papierschildern dran, ist die allgemeine Lösung, diese in Zeitungspapier einzuwickeln und dann in den brennbaren Müll zu schmeißen, und so gibt es mehr Abfall als zuvor. Dies ist ein Problem, da sich herausgestellt hat, daß die Verschiffung in die Philippinen illegal ist ( einige Kontainer mit Müll wurden Anfang des Jahres an den Absender zurück geschickt, samt der Rechnung für die Transportkosten). In Japan ist die Müllabfuhr unter kommunaler Verantwortung und wird durch Steuergelder bezahlt. Da man Steuergelder sparen will, wird der brennbare Abfall nur zweimal die Woche und der unverbrennbare nur einmal die Woche abgeholt. Aber im Sommer wird der Abfall im Büro schnell schlecht. Da wir natürlich auch der Umwelt zuliebe Energie sparen wollen, schließen wir die Fenster und Türen, wenn die Klimaanlage angeschaltet ist, das heißt, daß wir im Sommer mit dem leckenem Geruch von langsam in schwarzem Plastik vor sich hin faulendem Abfall konfrontiert sind. Da sie Müllabfuhr eine Verantwortung der Kommune ist, ist einer der interessantesten Tatsachen, die Menge an Regeln die aus den Kommunalräten überall im Land strömt. Von Kommune zu Kommune unterscheiden sich die Regeln wie die Müllverbrennungsanlagen genutzt werden sollen, und so sind die Materialien die in manchen Städten als brennbarer Müll gesammelt werden in anderen unverbrennbarer Müll. Im ganzen Land gibt es diese Unbeständigkeiten. Deswegen habe ich angefangen darüber nachzudenken, in eine Stadt zu ziehen, in der die Benutzung von schwarzen Müllsäcken immer noch erlaubt ist. Immerhin habe ich noch einige übrig. Und da wir gerade von Müllrecycling sprechen, er (der Müll) hat es geschafft das normalerweise sehr bürokratische System zu umgehen. Falls Ihr Euch an den Newsletter Ausgabe 12 erinnert in "Dinge in Japan: Taifune" wurde der Jahrhundertsturm über Nagoya erwähnt und die daraus resultierende Überflutung. Es wirkte fast, als ob Müll soviel wie in einem ganzen Jahrhundert kreiert wurde. Kühlschränke, Schubladen, Futons, Tatami Matten, Reiskocher, Topfpflanzen usw..., mehr oder weniger alles was in den vielen Häusern gewesen war, war danach zum wegschmeißen. Nach der Katastrophe wurde so viel Müll von den Opfern entsorgt, so daß entschieden wurde, um ihnen das Leben ein bißchen leichter zu machen, daß der Müll nicht getrennt werden muß. Die Gemeinden um Nagoya halfen dann, indem sie große Mengen von dem Müll akzeptierten (normalerweise muß der Müll aus einer Gemeinde dort auch entsorgt werden). Für eine Gegend in der normalerweise eine große Bürokratie alles reguliert, war dies eines der wenigen Beispiele, in der sich die Stadträte an eine aktuelle Situation angepasst haben. Die Katastrophe selber wurde eindeutig durch das Versagen der Bürokratie, sich auf die Situation einzustellen, verschlimmert, aber selbst diese kleine Anpassung der monolithischen Bürokratie, gab Vielen das Gefühl, als ob sie gegen das System gewonnen hätten. (Sie waren trotzdem sehr naß.) (Wenn irgendjemand weiß, wie man den letzten Satz im letzten Abschnitt besser übersetzen kann, dann seit ihr besser als ich).
|
|||||||||||||||
www.yamasa.org
Aichi Center
Online Center
Kanji Dictionary
Japan Travel Guide
Yamasa TV!
FM Okazaki Online
Gestaltung und Instandhaltung durch Declan Murphy und die Schüler und Mitarbeiter des Yamasa Institute Multimedia Studio
© Yamasa - Alle Rechte vorbehalten.