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Dinge in Japan: Oshougatsu Neujahr

Neujahr ist eines der wichtigsten Ereignisse im japanischen Kalender. In der Zeit vor Sylvester putzen alle ihre Häuser (Ousouji). Bei diesem Grossreinemachen wird das Pech gleich mitweggewaschen und bereit gemacht für einen neuen Start. Die Pergamentpapierflächen der Schiebetüren (Shouji) werden ausgewechselt - Das macht nicht nur das Putzen überflüssig, sondern beseitigt alle Löcher die sich während dem Jahr eingeschlichen haben. Die Tatami-Matten werden draussen ausgekloppft um den Staub des vergangenen Jahres loszuwerden. Mittlerweile werden Tatami-Matten allerdings seltener, und das Klopfen verstummt an manchen Orten.

Sylvester heisst Oomisoka und ist der Tag der Erholung nach einer Woche hektischem Putzen. Misoka bedeutet "letzter Tag des Monats" und Oomisoka folglich "grosser letzter Tag des Monats", oder letzter Tag des Jahres. Die meisten Japaner verbringen diesen Abend eher müssig, essen Osecharyouri und Toshikoshisoba und dazu gibts natürlich ein bisschen Sake.

Osechiryouri
Osechiryouri 
Toshikoshisoba
 sind lange Nudeln, die man für ein langes Leben isst. Sie gibt es kurz vor Mitternacht. Eine andere Geschichte besagt, dass ein Goldschmied Nudelteig benutzte, um Metallspäne vom Boden aufzusammeln und danach den Teig verbrannte, um das Gold wiederzugewinnen. Deswegen sind Nudeln auch das beliebteste Gericht an Neujahr, das Wohlstand bringen soll. Ich habe einen japanischen Freund einmal danach gefragt, aber er kannte diese Geschichte nicht. Egal - Nudeln sind auf jeden Fall das Gericht der Saison.

Juubako
Juubako
wird an Sylvester oder davor vorbereitet, Osechiryouri ist eine Mischung verschiedener Gerichte, die in handlichen Portionen aufbewahrt wird, damit man für ein paar Tage nicht kochen braucht. Dieses vorgekochte Essen reicht normalerweise bis zum 2. oder 3. Januar. Jedes der Gerichte hat etwas mit dem neuen Jahr zu tun: entweder vom Klang her oder seinem Symbolcharakter. Zum Beispiel darf "Kombu" (eine Art Seetang) nicht fehlen, da "kombu" wie "yorokobu" oder "yorokombu" klingt, was soviel bedeutet wie Glück oder Fröhlichkeit. "Kazunoko" (eine Art Rollmops) trägt die Bedeutung: viele Kinder im nächsten Jahr. Andere typische Gerichte hängen auch immer von der jeweiligen japanischen Region ab und nichts hat überall den gleichen Standard.

Mochitsuki
Mochitsuki
Mochi sind ein anderes traditionelles Gericht. Gekochter Mochigome (spezieller Reis für Omochi) wird solange geschlagen, bis er zu Brei wird. Der kann dann gleich verzehrt werden, kühlt der Omochi-Brei aber wieder ab, wird er steinhart. Er muss dann entweder wieder gekocht oder aufgewärmt werden. Seine Form hängt von der Region ab - Kugeln in Osake, Quadrate in Tokio und andere Variationen in den Regionen zwischen den beiden Städten.

Der Neujahrstag heisst Gantan ("erster Morgen"). Dieser Morgen wird mit Besuchen der örtlichen Tempel verbracht - um auf Nummer sicher zu gehen, besuchen die meisten Leute Buddhistische und Shintoistische Tempel (man kann ja nie wissen). Beim Shinto-Tempel wirft man ein paar Münzen (saisen) in eine Kiste vor dem Schrein (saisenbako), klatscht zweimal in die Hände, um die Aufmerksamkeit des Tempelgottes zu bekommen und trägt seine Neujahrswünsche vor (Gesundheit, langes Leben, Glück, etc). Danach kann man Omikuji oder ein Papier kaufen, auf dem Horoskopmässig das Glück fürs nächste Jahr steht. Nachdem man es gelesen hat, wird es in einem Baum auf dem Tempelgrund aufgehängt. In den Buddhistischen Tempeln im Gegensatz, dreht sich alles ums Glockenläuten. Hier wechseln sich die Besucher ab, um die Glocke 108 mal ertönen to lassen, um die 108 Übel loszuwerden. Zur Freude der Besucher, lassen manche Tempel die Glocke noch viel öfter ertönen, um noch mehr Übel loszuwerden.

Hyakuyatsu
Hyakuyatsu
Hatsumoude
Hatsumoude
Einige gehen gleich in der Früh (hatsumoude) zum ersten Tempel und einige sogar schon kurz nach Mitternacht, um die ersten zu sein, die zum Tempelgott beten können (bevor der die ständige Bitterei den ganzen Tag satt bekommt). Wenn man in der Sylvesternacht unterwegs ist, wird die Wartezeit in den Tempeln mit Amazake vesüsst (Sake mit Sakekasu, den Resten von der Sakeherstellung): heiss und mit genügend Alkohol.

Ozouni (Reiskuchen-Suppe) ist ein anderes saisonales Gericht, das es zum Frühstück gibt. Ozouni hat ähnlichen Symbolgehalt wie Omochi (also jede Menge Glück und Wohlergehen). Die Form hängt auch von der Region ab-

Neujahrsaktivitäten in der Reihenfolge:

Oseibo - Geschenke an Leute, die einem das Jahr über geholfen haben oder die man belästigt hat.

Ousouji - Grossreinemachen für das Neue Jahr.

Yoi otoshiwo (omukae kudasai) - nur der Teil, der nicht in Klammern steht wird wirklich ausgesprochen und wird von Weihnachten bis zum neuen Jahr verwendet. Der Spruch heisst soviel wie: "Wir sehen uns nicht mehr in diesem Jahr, Ihnen ein gutes Neues!"

Toshikoshisoba - lange Nudeln werden in der Sylvesternacht kurz vor zwölf verspeist und bringen Glück.

Hatsumoude - hyakuyatu no kane (Im Tempe 108 mal die Glocke läuten lassen, um die Übel zu vertreiben) sobald das neue Jahr begonnen hat.

Akemashite omedeto gozaimasu - "Gutes neues Jahr" - kann man erst im neuen Jahr sagen. (Die Antwort darauf ist: akemashite omedetou gozaimasu).

Osechiryouri - im alten Jahr vorgekochtes Essen, damit sich niemand ums Kochen kümmern muss und einen stressfreien Start im neuen Jahr hat.

Nengajou - Karten, die an alle Bekannten geschickt werden, um "kotoshi mo yoroshiku onegaishimasu" und "akemashita omedetou gozaimasu". Das zweite bedeutet so viel wie "sei im neuen Jahr auch wieder nett zu mir" um Freundschaften und Beziehungen zu erhalten. Diese kommen per Spezialpost im ganzen Land zur gleichen Zeit an (zwischen 10 und 11 Uhr früh).

Otoshidama - Geldgeschenke in einem Umschlag, die Kindern von Angehörigen und Freunden überreicht wird.


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