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Dinge in Japan - Geisha
Das Wort Geisha (wörtlich übersetzt: 'eine Person der Künste') wurde zuerst benutzt, um Männer zu beschreiben, die die höheren Klassen mit einer Mischung aus Liedern, Tänzen und Fähigkeiten in anderen Künsten unterhielten. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde diese einst männliche Rolle von Frauen übernommen und der Status und die Anzahl der Geishas begannen zu steigen. In Japans Gesellschaftssystem war die Rolle der "japanischen Frau" die der Hausfrau und Mutter, und eher weniger, ihre Männer bei politischen oder geschäftlichen Treffen zu begleiten. Dies bedeutete, dass sie auch nicht die Geschäftspartner ihrer Männer unterhalten konnten. Stattdessen übernahmen Geishas diese Aufgabe, die bald zu einem wichtigen Element in der Unterhaltung von Geschäftspartnern wurde. Sie waren die graziösen Gastgeber in den vielen ryokans (Wirtschaften), Ryotei (Restaurants) und o-chaya (Teehäusern) wo ein Festsaal für ein Bankett gemietet werden konnte. Geishas beginnen ihre Karriere in sehr jungem Alter, wenn sie in einem o-chaya oder okiya angenommen werden, wo sie während ihrer Ausbildung und oft noch lange danach wohnen. Okiya ist ein japanisches Haus in dem ein Festsaal gemietet werden kann und es eine Art Schlafsaal gibt, wo die Geishas und Meikos (Geisha in der Ausbildung) wohnen. Das Okiya gehört einer Okami, wie die Verwalterin und Managerin genannt wird. Sie stellt Unterkunft und Verpflegung und überwacht und bezahlt die Ausbildung der Mädchen. Im Gegenzug übernehmen die Mädchen Tätigkeiten im Haushalt. Die Okami übernimmt auch die Aufgabe eines Agenten und behält einen Teil des Geldes, das die Kunden für die Einsätze bezahlen. Innerhalb der O-Chayas und Okiyas organisieren sich die Geishas untereinander hierarchisch nach dem Familien-Modell (z.B.: Mutter/Tocher, jüngere/ältere Schwester). Die Okami ist auch für das Verhalten aller ihrer Geishas verantwortlich. Jede Geisha hat eine "ältere Schwester", die ihr bei ihrem Training hilft. Auf diese Weise wird das traditionelle Wissen einer Geisha weitergegeben. Nach ihrem Eintritt in das Okiya wird den Mädchen, die zwischen 15 und 20 Jahren alt sind, der Rang der Maiko verliehen. Nun beginnen Sie mit dem Training in den verschiedenen Künsten und begleiten die Geishas vom Okiya zu ihren Verabredungen, um die Bräuche und sozialen Verhaltensweisen kennen zu lernen. Maikos kleiden sich in langärmelige Kimonos, tragen sehr hohe geta (Holz-clogs), eine kunstvolle Frisur und nur auf ihre Oberlippen Lippenstift. Wenn eine Maiko 20 wird kann sie sich entscheiden, ob sie Geisha werden will oder nicht. Entscheidet sie sich dafür, wird eine Zeremonie namens "eriage" abgehalten (was soviel heisst, wie: den Kragen wechseln). Nur die besten Frauen, die auch noch eine harte Abschlussprüfung abschliessen müssen, können tatsächlich Geisha werden. Da es wenige Frauen gibt, die dieses harte Training durchstehen wollen, um Geisha zu werden, gibt es nicht mehr sehr viele von ihnen. Junge Mädchen, die sich wünschen Geisha zu werden, werden normalerweise von jemandem vorgestellt, der bereits Kontakt zu diesem Teehaus hat. Die Okami befragt das Mädchen in der Anwesenheit ihrer Eltern und erklärt wie das Training abläuft und was von ihr erwartet wird. Wenn die Okami das Mädchen als Lehrling in ihr O-chaya aufnimmt, kann es sofort mit seinem Training beginnen - vorausgesetzt es hat bereits die Mittelschule abgeschlossen. Während den 40er Jahren war Geisha-Unterhaltung illegal und viele Frauen wurden gezwungen in den Firmen und der Industry zu arbeiten. Gegen Ende der 70er Jahre gab es nur noch 17.000 Geishas und mittlerweile sind es nur noch etwa 1000. Die meisten gibt es in Osaka und Kyoto. In Kyoto gibt es einen Stadtteil namens Gion der bekannt für seine Geishas war und ist. In Tokio sind die bekanntesten Geisha-Bezirke in den Stadtteilen Shimbashi, Akasaka und Yanagibashi. Die Vorgehensweise, um eine Geisha anzuwerben hat sich in den letzten hundert Jahren kaum verändert. Wer eine Party in Gesellschaft mit Geishas und Meikos veranstalten möchte, wendet sich entweder direkt an das Okami oder fragt nach einer Empfehlung durch den Besitzer des O-chaya, ryokan oder ryotei. Die Anfrage geht dann direkt durch ein Verwaltungsbüro, namens Yakata, das dann auch verantwortlich für die Rechnungsstellung ist. Das System funktioniert auf einem System von gutem Ruf und Vertrauen. Der Kunde bekommt die Rechnung nie in der selben Nacht, an der das Fest stattgefunden hat, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt. Die Kosten für die Anwerbung einer Geisha sind sehr hoch und hängen von deren Erfahrung und Können ab. Die Kunden bezahlen pro Gast der Veranstaltung, was zwischen 12.000 und 25.000 Yen für ein zweistündiges Treffen kostet. Sofern man nicht von jemandem empfohlen wird, der bereits Kunde eines O-chaya ist, darf man das O-chaya nicht betreten. O-chayas sind sehr exklusive Orte. Da die Rechnung erst später zugestellt wird ist ein vertrauensvolles Verhältnis sehr wichtig. O-chayas machen mit Neuankömmlingen ohne Empfehlung grundsätzlich keine Geschäfte. Allerdings haben einige der bekannten Restaurants und Wirtschaften in Kyoto Verbindung zu einem O-chaya und man kann sie bitten, Geishas zu seiner Party schicken zu lassen.
Eines der bekanntesten Bücher, die je über Geishas geschrieben wurden, ist das Buch
"Memoiren einer Geisha". Die Frau, die den Schriftsteller zu seinem Werk anregte ist gerade dabei diesen Autor zu verklagen. Sie behauptet, dass er ihren Ruf geschädigt habe, weil er in seinem Buch behauptete, sie sei als Kind in den berüchtigten Kyotoer Stadtteil
Gion verkauft worden. Zum Höhepunkt ihrer Karriere war sie als "Geiko" bekannt - eine Geisha, die nur noch zu besonderen Anlässen auftritt. Von führenden Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik wurde sie ausgesucht, um bei der Teezeremonie anwesend zu sein.
Einer ihrer Förderer war Akio Morita, einer der Vorsitzenden von Sony. Die Geisha setzte sich in 1980 zur Ruhe und ist jetzt 50 Jahre alt. Sie lebt in einer Vorstadt von Kyoto mit ihrem Ehemann Jin, einem Künstler, und ihrer Tochter.
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